Exkursion in das Krankenhausmuseum Bremen-Ost

Psychiatriegeschichte hautnah- eine Exkursion der ASF in das Krankenhausmuseum Bremen-Ost

Es war schon ein besonderer Ausflug der ASF- Frauen: Passend zum Schwerpunktthema 'Frauengesundheit' fand am 13.01.2011 die Besichtigung des Krankenhaus-Museums am Klinikum Bremen-Ost statt. Leider konnten nur vier Frauen teilnehmen, aber die waren tief beeindruckt.
'Ab nach Ellen', an diese Aussage erinnerte sich die ASF- Vorsitzende Sybille Böschen aus Kinderzeiten. Das sagte man, wenn sich jemand auffällig und ungewöhnlich verhielt oder vielleicht zu viel herumalberte. Und Ellen, so heißt das Gebiet, in dem 1904 die Anstalt als St.-Jürgen-Asyl den Betrieb aufnahm. Damals weit außerhalb Bremen in ländlicher Idyllle gelegen, ist das Klinikgelände heute mittendrin in der Stadt.
Kultur, so die sympathische und kompetene Führerin, hat heute einen hohen Stellenwert im Gesamtgefüge im Klinikum Bremen-Ost. Der Rundgang im Museum begann mit einer Wechselausstellung im unteren Bereich des Museums. Abschreckende Objekte dienten nicht nur der Anschauung für Mediziner in der Ausbildung sondern auch der Erziehung der Bevölkerung. Sauberkeit und Körperpflege, Anstand, Moral und Wohlverhalten sollten mit der Zurschaustellung der abschreckenden Exponate gefördert werden.
Recht modern und fortschrittlich war die Anstalt zu Gründungszeiten. Frische Luft, Bewegung im Freien und Arbeitstherapie in der Landwirtschaft zur Selbstversorgung waren schon damals Bestandteile in der Behandlung. Aber einige der dargestellten Behandlungsmethoden erinnern dennoch heute eher an Zwang und Gewalt als an Therapie und Heilung. Für ganz zart besaitete Besucherinnen und Besucher ist die Ausstellung schon eine Herausforderung.
Auch ein besonders dunkles Kapitel der bremischen Psychiatriegeschichte wird nicht ausgespart: Die Psychiatrie zwischen Gewalt und Fürsorge sowie die Psychiatrie im Nationalsozialismus. Beleuchtet wird auch die besondere Rolle von Frauen als Patientinnen einerseits aber auch als Pflegerinnen in der Anstalt.
Die ASF- Frauen konnten viele wichtige Informationen und Eindrücke mitnehmen, die in zukünftige Diskussionen in Gesundheitsthemen mit einfließen werden. Wer selber schauen möchte findet Informationen unter www.krankenhausmuseum.de