Schafferinnenmahl

Schafferinnenmahl 2014

Schafferinnenmahl 2014- 40 Jahre (k)ein Grund zum Feiern?

Das Schafferinnenmahl fandam 28.11.2014 statt.

Referentin war Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und stell. Parteivorsitzende

40 Jahre - (k)ein Grund zum Feiern?
Eine Bremer Frauentradition wird 40!

1975, das Internationale Jahr der Frau, ist zugleich auch das Gründungsjahr einer Tradition der Bremer Sozialdemokratinnen, die in diesem Jahr bereits ihr 40-jähriges Jubiläum feiert: Das Schafferinnenmahl.

Ursprünglich aus der Verärgerung darüber ins Leben gerufen, dass Frauen an der traditionsreichen Bremer Schaffermahlzeit seit über 450 Jahren nicht teilnehmen durften und bis auf zwei Kapitäninnen bis heute auch nicht dürfen, hat sich das Bremer Schafferinnenmahl inzwischen zu einer interessanten und beliebten Veranstaltung entwickelt, die aus der frauenpolitischen Landschaft Bremens nicht mehr wegzudenken ist.

Der inhaltliche Leitgedanke hat sich seit der Gründung durch die ASF Bremen, die „Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen“ in Bremen, jedoch nicht geändert.

Ziel des Abends ist das „Netzwerken“ von Frauen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Zusammenhängen, um durch fruchtbaren Gedankenaustausch und gegenseitige Ermutigung gemeinsames Handeln und Frauen-Solidarität zu fördern. - Im Besonderen gilt es dabei auch Frauen zu ehren, die sich nicht im Lichte der Öffentlichkeit sonnen können, sondern - oft eher unbemerkt - mit viel persönlichem Engagement in Bremen einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Traditionell findet das Schafferinnenmahl im Herbst im Haus der Bremischen Bürgerschaft statt. Dieser Ort wurde bewusst gewählt, da hier politische Entscheidungen fallen und die demokratischen und sozialen Rechte der Bremer Bürgerinnen und Bürger Gesetzesform annehmen.

Dieser festliche, seiner eigenen Tradition folgende Abend, ist eine in Deutschland einzigartige Frauen-Veranstaltung. Jedes Jahr wird ein anderes gesellschaftlich relevantes Thema erörtert, nach der Begrüßung beginnend mit dem Festvortrag einer prominenten Rednerin im Plenarsaal. Im Anschluss daran bietet sich hier der Raum für eine gemeinsame Diskussion. Im großen Festsaal klingt der Abend dann bei anregenden Tischgesprächen während eines Drei-Gänge-Menüs aus, dessen Speisenfolge sich seit dem ersten Schafferinnenmahl ebenso wenig geändert hat wie die blassrosa Farbe der Menükarten.

Dazu werden in jedem Jahr 100 Bremerinnen eingeladen, die zum aktuellen Thema der Veranstaltung durch ihre Arbeit oder ihr Engagement einen persönlichen Bezug haben und die keine Mitgliedschaft in der SPD besitzen. Eine weitere Besonderheit ist es, das jede Bremerin nur einmal in ihrem Leben beim Schafferinnenmahl zu Gast sein kann.
 
Für 2014 hatten der Arbeitskreis Schafferinnen mit seiner
1. Schafferin Verena Behrens und der 2. Schafferin Annette Yildirim die vorbereitenden Arbeiten übernommen. Als Gast war in diesem Jahr die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und stellv. Parteivorsitzende Manuela Schwesig dort.

Fotografin: Christiane Kromp und Souks Balde
Fotografin: Christiane Kromp und Souks Balde

Schafferinnenmahl 2013-Ein Rückblick

„Was Frauen anrichten – wir kochen schon wieder.“

Unter diesem Motto fand das Schafferinnenmahl 2013 der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, das bereits im 39. Jahr durchgeführt wurde, am 24. Oktober in der Bremischen Bürgerschaft statt.
Angerichtet hatte der Arbeitskreis Schafferinnen mit seiner 1. Schafferin Ulrike Pala und Hannelore Freudenthal als 2. Schafferin ein Referat der Köchin Luka Lübke und der Sozialwissenschaftlerin Dr. Barbara Ehrmann-Köpke. Die beiden Referentinnen haben sich bei Recherchearbeiten im Staatsarchiv Bremen kennengelernt und wagten das Experiment, ihre unterschiedlichen thematischen Schwerpunkte in Form eines lebendigen Dialogs zusammenzuführen.
Die Bremer Köchin Luka Lübke, die neben Cornelia Poletto und Lea Linster unter den 25 besten Köchinnen aus 5 Ländern geführt wird, zeigte anhand ihres Berufsalltags die heutigen Realitäten und Wertigkeiten für berufstätige Frauen in sogenannten Frauenberufen auf. Berufen also, die mit weiblichen Tugenden in Verbindung gebracht werden. Sie sprach über das Bild der Köchin, das wir heute haben und wie es sich in den letzten 50 Jahren entwickelt hat, welche Rolle Kochen in unserem Alltag noch spielt und wieder spielen sollte.
Dr. Ehrmann-Köpke thematisierte die historische Entwicklung und sprach über die Einübung „weiblicher Tugenden“ als Teil eines Frauenideals und Disziplinierungsinstruments bürgerlicher Töchter im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Höhere Töchterschulen bereiteten junge Frauen auf ihre zukünftigen Rollen als Gattinnen, Hausfrauen und Mütter vor: „Die Mädchen sollten schon „etwas lernen“, um die Zeit bis zur Eheschließung zu überbrücken“. Eine wesentliche Konsequenz des bürgerlichen Familienmodells war, dass Eltern der bestmöglichen Bildung und Ausbildung ihrer Söhne größte Aufmerksamkeit schenkten, während sie der Ausbildung der Töchter wenig Bedeutung beimaßen.
Der Abend, der einem strengen Protokoll folgte, versprach den 100 geladenen Frauen Kurzweil und informative Einblicke in die Entwicklung der weiblichen Berufsausbildung. Im großen Festsaal klang der Abend bei anregenden Tischgesprächen während des Drei-Gänge-Menüs aus.

Historisches

Sind Traditionen unsterblich? Seit über 450 Jahren feiern Vertreter aus Seefahrt und Kaufmannschaft das Schaffermahl. Es ist heute immer noch eine exklusive Veranstaltung für männliche Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Eine Anekdote erklärt den Ausschluss von Frauen als reinen Zufall. Angeblich übersetzte ein Schaffer namens Kruse, der des Lateinischen nicht kundig war, den Spruch am Schütting (Haus der Handelskammer) "Navigare necesse est, vivere non est necesse" wie folgt: "Seefahrt ist notwendig, Wievier (Weiber) sind nicht notwendig". Diese Sprachschwierigkeiten scheinen in der Männerwelt auch heute noch nicht überwunden.

Dieses gesellschaftliche Highlight konsequent nach alter Sitte durchzuführen ohne Frauen auf der Gästeliste zu berücksichtigen, war der Anlass zu der sogenannten Gegenveranstaltung, dem Schafferinnenmahl

Die ASF in Bremen strebt nach wie vor eine Änderung der Statuten zu o.g. Schaffermahl an. Auch im Jahr 2010 wurden hierzu zwei Anträge formuliert:



1975, das Internationale Jahr der Frau, war das Gründungsjahr des Schafferinnenmahls in Bremen. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) etablierte dieses festliche Mahl als eine in Deutschland einzigartige, einem festen Ritual folgende Veranstaltung. Der Abend beginnt mit der Begrüßung und anschließendem Festvortrag im Plenarsaal. Hier ist auch Raum für eine gemeinsame Diskussion zum jeweiligen Thema. Im großen Festsaal klingt der Abend bei anregenden Tischgesprächen während des Drei-Gänge-Menüs aus. Geladen sind 100 Frauen, die zum jeweils gewählten Thema Bezug haben und nicht Mitglied der SPD sind.
 
Traditionell findet das Schafferinnenmahl in jedem Herbst im Haus der Bremischen Bürgerschaft statt. Dieser Ort wurde bewusst gewählt, da dort politische Entscheidungen gefällt werden und die demokratischen und sozialen Rechte der Bürger/innen Gesetzesform erhalten.

Grundlegende Zielsetzung ist ein Networking zur Förderung der „Solidarität unter den Frauen“ durch Gedankenaustausch, gegenseitige Ermutigung und gemeinsames Handeln. Es gilt gerade auch auf Frauen aufmerksam zu machen, die nicht im Lichte der Öffentlichkeit stehen, sondern - oft unbemerkt - mit viel Einsatz einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

  • an den Bürgermeister Jens Böhrnsen, in seiner Funktion als Senatspräsident von seinem traditionellen Vorschlagsrecht für die Gäste der Schaffermahlzeit Gebrauch zu machen und künftig Frauen zu der Veranstaltung einzuladen
  • und an den SPD-Landesvorstand, sich für eine Änderung der Statuten zum Schaffermahl, einzusetzen.

Die Referentinnen und ihre Themen seit 1975

JahrReferentinThema
1975Katharina FockeDas internationale Jahr der Frau
1976Marie SchleiDie Rolle der Frau in Beruf und Gesellschaft
1977Anke FuchsDie Frauen in der Männerwelt
1978Inge DonneppVorurteile gegen Frauen – Hindernis für Chancengleichheit
1979Eva RühmkorfGleichberechtigung von Frauen
1980Antje HuberFrauen müssen selber kämpfen
1981Heidemarie Wieczorek-Zeul Rechte der Frauen in der EG
1982Lydie SchmidtGemeinsam wären wir stark
1983Heinke SalischArbeitsmarktpolitik
1984Herta Däubler-Gmelin Das Recht der Frauen nach der Wende
1985Brunhilde PeterSchritte zur Gleichheit
1986Ursula Engelen-KeferArbeitsplätze statt Arbeitslosenhilfe
1987Anke MartinyGleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft
1988Christa Randzio PlathFrauenrecht ist Menschenrecht
1989Susanne MüllerDas Alter als Chance
1990Heide Pfarr und
Angelika Barbe
Frauendialog Ost/ West
1991Ingrid Matthäus-MaierFrauen auf neuen Wegen – zu neuen Zielen
1992Regine HildebrandtRecht auf Arbeit ist auch Frauenrecht
1993Monika GriefahnUnseren Kindern eine gesunde Gegenwart und Zukunft
1994Jutta LimbachFrauen im Recht
1995Barbara SimonFrauen verwandeln die Welt – solidarisch vor Ort, solidarisch weltweit
1996Karin JunkerMit Frauen rechnen
1997Karin JönsEuropa – eine Chance für Frauen?
1998Annelie KeilFrauen zwischen Arbeit, Ehrenamt und Selbsthilfe
1999Helga SchuchardtFrauenförderung ist Hochschulreform
Frauenforschung ist Wissenschaftskritik
2000Claudia SchumannWeiblichkeit ist keine Krankheit, oder: Was ist für Frauen gesund?
2001Margot KäßmannWertewandel im Leben von Frauen
2002Ute CanarisUte Canaris
Die Kulturarbeit ist weiblich –
Frauen in der Kulturarbeit
2003Ingelore RosenkötterFrauen im Sport
2004Prof. Dr. Ruth BeckerStadtplanung in Frauenhand
2005Bärbel DieckmannDemografische Entwicklung –
Herausforderung für die Politik in den Kommunen
2006Jutta AllmendingerFrauen und Dienstleistungen
2007Uta HannemannFRAUEN WOLLEN MEE(H)R
2008Heide SimonisFrauen in den Medien
2009Susanne KlingnerDer Feminismus im 21. Jahrhundert
2010Heidi MerkEhrenamt typisch Frau?
2011Seyran AtesVielfalt leben - gemeinsam mehr erreichen
2012Dr.Swantje KobsellUN-Behindertenrechtskonvention "Wir lassen uns nicht (be-)hindern: Frauen in Bewegung
2013Luka Lübke und Dr. Bärbel Ehrmann-Köpke„Was Frauen anrichten – wir kochen schon wieder.“
2014Manuela Schwesig40 Jahre Schafferinnenmahl-kein Grund zum Feiern?